Achim Jarck Romina Mineralbrunnen - Petcycle PET-Flaschen mit hoher NachhaltigkeitNachhaltigkeit von PET-Getränkeverpackungen, Plastik-Kritik und Konsumentenaufklärung sind aktuell zentrale Themen im Markt für Mineralwasser und Erfrischungsgetränke.

Zum Auftakt unserer neuen Interview-Reihe sprachen wir mit Achim Jarck, Geschäftsführer der Romina Mineralbrunnen GmbH, einem der Petcycle-Partner. Der Getränkehersteller aus Reutlingen gilt als einer der Vorreiter bei der nachhaltigen Optimierung seiner PET-Getränkeflaschen durch die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und die starke Nutzung von recyceltem PET.

Herr Jarck, die Diskussion über Plastikflaschen zwingt Hersteller zum Handeln. Welche Maßnahmen haben Sie in die Wege geleitet oder müssen noch folgen? Wie wichtig sind dabei Nachhaltigkeit und geschlossene Wertstoffkreisläufe?

Luftbild Romina Mineralbrunnen - Beitrag Nachhaltigkeit des Petcycle SystemsAchim Jarck: Wir haben uns im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie schon früh daran gemacht, die Ökobilanz der PET-Flaschen zu verbessern. Erste Versuche mit Rezyklat wurden zusammen mit einem Partner bereits Anfang der 2000er-Jahre unternommen, 2009 haben wir unser Flaschendesign optimiert und konnten 15 – 20% an Material einsparen. Über die Jahre erhöhten wir auch unseren Rezyklatanteil stetig. Er betrug schon vor Beginn der öffentlichen Diskussion 75 % und war damit fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Dank eines eigenen Closed Loops konnten wir im Mai 2019 als einer der ersten Brunnen Deutschlands unser gesamtes PET-Sortiment auf Flaschen aus 100% Recycling-Material umstellen.

Was unternehmen Sie zur Aufklärung von Handel und Verbrauchern und was läuft besonders erfolgreich?

Achim Jarck: Die PET-Flaschen aus 100 % Recycling-Material werden von uns offensiv kommuniziert. Dazu zählen eigene Funkspots, Out-of-Home-Werbung (Großfläche, CLP) und Online-Werbemittel unter dem Motto „PET mit gutem Gewissen“. Auch mit sogenannten Advertorials in Tageszeitungen schaffen wir zig Millionen Kontakte.

Das ist nicht günstig, aber aus unserer Sicht die einzige Möglichkeit, den Anti-PET-Kampagnen der letzten Zeit etwas entgegenzusetzen. Denn eines mussten wir leider auch feststellen: Das Interesse der Redaktionen an unserer Sicht der Dinge hält sich sehr in Grenzen.

100 Prozent PET Recycling Flasche Kreislauf Eiszeit Quell - PetcycleNatürlich trägt auch jede unserer PET-Flaschen ein prominentes Signet mit dem Hinweis „Flasche aus 100 % Recycling-Material“. Für den Handel haben wir u.a. Poster gestaltet, auf denen unser PET-Kreislauf anschaulich dargestellt wird.

Im Web  finden die Verbraucher nicht nur einen Erklärfilm zum Thema, es wird auch mit zahlreichen Mythen zur PET-Flasche aufgeräumt. Als Kistenbeilage und für Messen wurde zudem noch ein Flyer konzipiert, der ausführlich Stellung nimmt.

Welche Reaktionen kommen eigentlich von den Konsumenten; schließlich kauft ja nach wie vor eine Mehrheit Plastikflaschen aus dem Einweg- und Mehrweg-Angebot?

Achim Jarck: In Gesprächen auf Verbrauchermessen oder am POS erfahren wir viel Zuspruch, aber auch eine gestiegene Verunsicherung in Bezug auf den Werkstoff PET. Wir sind froh über jeden, der sich an uns wendet. Denn im direkten Dialog kann man intensiv diskutieren und über die weit verbreiteten Irrtümer aufklären. Für alle Mineralbrunnen muss eines klar sein: Die Alternative für PET-Käufer ist nicht immer die Glasflasche. Wer PET aufgrund von Fehlinformationen ablehnt und wem Glas zu schwer erscheint, der entscheidet sich möglicherweise für Leitungswasser.

Romina-Kampagne Petcycle PET Flaschen mit 100 Prozent Rezyklat 2019 2020Wie erklären Sie sich die lautstarken Aufforderungen einiger Getränkehändler zum „Plastikverzicht“?

Achim Jarck: Wir können diese Position nicht nachvollziehen. Das deutsche Pfandsystem ist hocheffektiv. Mehr als 97 % der Flaschen kommen zum Recycling zurück. Das ist ein Spitzenwert. Die Getränkeindustrie ist doch die einzige Branche, die seit jeher ihre Verpackungen zurücknimmt und wiederverwertet bzw. recycelt. Unsere Flaschen landen nicht im Meer oder auf einer Müllkippe in Malaysia. Ich könnte Forderungen nach Einführung einer Pfandpflicht für Kunststoff-Verpackungen von Joghurtbechern oder Saftflaschen  nachvollziehen. Oder noch besser: Die Einführung eines Flaschenpfandes in Asien. Das würde der Umwelt massiv helfen. Warum ausgerechnet Getränkehändler gegen das wohl vorbildlichste System der Welt schießen, erschließt sich mir nicht.

Wenn Sie wissen möchten, wie die Romina Mineralbrunnen für mehr Nachhaltigkeit sorgen, dann schauen Sie sich das nachstehende Video an.

Mehr zur Nachhaltigkeit von PET-Flaschen finden Sie in unseren Informationen zur Umweltbilanz.