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30.06.2010 -  PETCYCLE will als ökologisch vorteilhaft anerkannt werden


EUWID Recycling und Entsorgung, Ausgabe 19/2010, S. 15

PETCYCLE will als ökologisch vorteilhaft anerkannt werden

Nach zehn Jahren Aufbauarbeit / Neue Ökobilanz / Weiter für Bepfandung
Die in Mehrwegkästen vertriebenen PETCYCLE-Flaschen sollen als ökologisch vorteilhafte Getränkeverpackungen anerkannt werden. "Mit diesem Wunsch sind wir vorige Woche an das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt herangetreten", sage PETCYCLE Geschäftsführer Arnold Wolters.

Grundlage dafür ist eine neue Ökobilanz des Ifeu-Instituts im Auftrag von PETCYCLE. Diese Bilanz sei den Behörden zur Bewertung übergeben worden. Wolters machte zugleich deutlich, dass PETCYCLE auch bei einer Einordnung der Flasche als ökologisch vorteilhaft an einem Pfand - gleich welcher Höhe- festhalten will.
"Die Bepfandung ist ein wesentliches Element zur Sicherstellung der Materialhoheit", sagte Wolters. Im PETCYCLE-Kreislaufsystem kommen die speziellen PET-Einwegflaschen im Mehrwegkasten zum Abfüller zurück und werden dem Recycling zugeführt - jährlich etwa 50.000 Tonnen PET.
Laut Wolters werden in allen PETCYCLE-Flaschen inzwischen 50 Prozent PET-Rezyklat aus den gebrauchten Flaschen eingesetzt. Er verwies auf die nun zehn Jahre dauernde Aufbauarbeit. PETCYCLE sei ein konkurrenzlos geschlossener Stoffkreislauf in Deutschland, der Rezyklatanteil solle weiter gesteigert werden.

In der jüngst für PETCYCLE erstellten Ökobilanz hat Ifeu die 1,0- und die 1,5-Liter-PETCYCLE-Flasche mit der 0,7-Liter-Glasmehrwegflasche verglichen. Demnach lässt sich zwischen 1,0-Liter-PETCYCLE und 0,7-Liter-Glasmehrweg kein eindeutiger Vor- oder Nachteil für das eine oder das andere System ableiten. Die größere PETCYCLE-Flasche schneidet laut Ökobilanz mit Vorteilen im Vergleich zur Mehrwegglasflasche ab. Das kleine PETCYCLE-Gebinde steht für 81 Porzent des Abfüllvolumens und ist damit das wichtigste Produkt des Systems. Auch bestätige die Studie die günstige ökobilanzielle Bewertung des GDB-PET-Mehrwegsystems, die schon in der GDB-Ökobilanz 2008 festgestellt worden sei.
Die neue Ökobilanz sieht zudem weitere deutliche Verbesserungspotenziale für das 1,0-Liter-PETCYCLE-Gebinde. So lässt sich etwa für den Indikator Klimawandel ein Minderungspotential von 10,3 Prozent ableiten. Auch in den übrigen betrachteten Wirkungskategorien gebe es ein ähnliches Minderungspotential. Zukünftiges Reduktionspotenzial ergebe sich durch den Einsatz von 65 Prozent PET-Rezyklat im Flaschenkörper in Verbindung mit einem um zwei Gramm reduzierten Flaschengewicht. Gegenüber dem Basisszenario würde dann der Indikator Klimawandel um 19,6 Prozent günstiger abschneiden. Auch bei den anderen betrachteten Umweltkategorien wäre ein ähnliches Verbesserungspotential möglich.
Laut Ifeu gibt es die für die Best-Case-Szenarien verwendeten Prozesse am Markt bereits. Sie seien aber noch nicht in der Fläche umgesetzt.

Derzeit nutzen rund 90 in erster Linie mittelständische Mineralbrunnen das flächendeckende PETCYCLE-System.

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EUWID Recycling und Entsorgung